Richard Barnes (* 1945 in London) ist ein englischer Sänger, der Anfang der 1970er Jahre zwei kleinere Hits hatte.
Im Jahre 1964 verschmolzen die Bands Patrick Dane & the Quiet Five mit Mitgliedern der Vikings und einer Tornados-ähnlichen Band namens Gemini und man nannte sich kurz The Quiet Five. Nach einigen Personalveränderungen fand folgende Besetzung der Quiet Five Stabilität:
John Howell (Orgel, Gesang), Kris Ife (Gitarre, Gesang), Richard Barnes (Bass, Gesang)
Roger McKew (Sologitarre), Ray Hailey (Schlagzeug) und John "Satch" Goswell (Saxophon). Trotz des Namens bestand die Band aus sechs Mitgliedern. Sie veröffentlichten von 1965 bis 1967 fünf Singles. Das Debüt
When the Morning Sun Dries the Dew schaffte es auf Platz 50 der Englischen Charts. Die dritte Single, eine Coverversion von Simon & Garfunkel’s
Homeward Bound schaffte es gar auf Platz 44 und kam deshalb nicht weiter, weil sich CBS entschlossen hatte, das Original von Simon & Garfunkel ebenfalls als Single zu veröffentlichen. Vor der letzten Single wurde Ray Hailey durch by Roger "Tex" Marsh ersetzt. Die Quiet Five waren als Liveband ziemlich populär durch Touren mit den Beatles, Stones, Donovan, Byrds u.a.
1967 löste sich die Band auf. Kris Ife versuchte es solo und sodann zusammen mit Mark Wirtz in der Band Judd. Roger McKew wurde ein vielgebuchter Studiomusiker (spielte auch mit
Neil Innes in der Band The World nach Auflösung der Bonzo Dog Band).
Richard Barnes schaffte es im Mai 1970 mit seiner Single
Take to the Mountains Platz 35 in den britischen Charts. Mit der Folgesingle
Go North nahm er an dem kurzlebigen Grand Prix RTL International Song Contest von 1970 teil und schaffte dort den zweiten Platz hinter dem französischen Beitrag von
Mike Brant (
Mais dans la lumière). In den britischen Charts erreichte
Go North im November Platz 38. Für den deutschen Markt nahm er beide Stücke in deutsch auf als
Heute sind es keine Träume bzw.
Wer weiß.
Die LP, die beide Singles enthielt, verkaufte sich kaum und ist heute ein sehr seltenes Sammlerstück wie auch die deutsche Single.
Seine späteren Versuche schafften es allesamt nicht mehr, sich an die Charts heranzuarbeiten. 1976 veröffentlichte er zusammen mit dem Produzenten Tony Hazzard das Album
Hazzard & Barnes.
Später war er als Schauspieler und Sänger in den Londoner Aufführungen von Jesus Christ Superstar und Chess zu hören und zu sehen. Im Englischen Fernsehen trat er mit kleineren Rollen bei
Winds of War und
Dr. Who auf.
Richard Barnes war seit der gemeinsamen Zeit auf der Art School ein Freund von
Pete Townshend von der Londoner Band
The Who und blieb über all die Jahre in Kontakt mit ihm und der Band. Im Jahre 1982 veröffentlichte er ein Buch über die Geschichte der Band namens
The Who – Maximum Rhythm and Blues. Weitere Veröffentlichungen waren
Mods! sowie
The Story of Tommy, in Zusammenarbeit mit Pete Townshend.